Session Border Controller
Der kontrollierte Übergang zwischen Ihrer Telefonie und allem, was draußen ist: virtualisiert als Mediant VE oder als Mediant Appliance im Rack. Geplant, gehärtet und betrieben von uns.

Sobald Telefonie das eigene Netz verlässt, treffen zwei Welten aufeinander, die sich selten auf Anhieb verstehen: die Cloud-Plattform oder TK-Anlage auf der einen Seite, der SIP-Trunk des Carriers auf der anderen. Unterschiedliche SIP-Dialekte, unterschiedliche Codecs, unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Verschlüsselung auszusehen hat.
Der Session Border Controller sitzt genau an dieser Grenze. Er übersetzt, was übersetzt werden muss, verschlüsselt, was nach draußen geht, und lässt nur durch, was durchgelassen werden soll. AudioCodes ist in diesem Feld einer der etablierten Hersteller, und die Mediant-Familie deckt vom einzelnen Standort bis zur mehrfach redundanten Rechenzentrumsinstallation dieselbe Software ab.
Was ein SBC tatsächlich leistet
Der Begriff klingt nach einem Kasten, der Anrufe durchreicht. Tatsächlich erledigt er mehrere Aufgaben, die sonst niemand übernimmt:
- SIP-Interworking: Er glättet die Eigenheiten zwischen Plattform und Carrier, damit Rufaufbau, Rufumleitung und Rückfrage auf beiden Seiten gleich verstanden werden.
- Transcoding: Wenn Plattform und Trunk sich nicht auf einen gemeinsamen Codec einigen, rechnet der SBC um, statt den Anruf scheitern zu lassen.
- Verschlüsselung: Signalisierung über TLS, Sprache über SRTP – auch dann, wenn nur eine der beiden Seiten das von sich aus beherrscht.
- Topologie-Verschleierung: Interne Adressen, Anlagennamen und Netzstrukturen tauchen in den Signalisierungsdaten nach außen nicht auf.
- Zugriffsschutz: Unerwünschte SIP-Anfragen, Scanning-Versuche und Überlastangriffe werden am Rand abgefangen, bevor sie die Anlage erreichen.
- Routing und Failover: Mehrere Trunks, mehrere Ziele, klare Regeln – und ein definierter Weg, wenn eine Strecke ausfällt.

Mediant VE oder Mediant Appliance
Beide Varianten laufen mit derselben Software und derselben Konfigurationslogik. Der Unterschied liegt darin, wo sie laufen und was sie zusätzlich anschließen können.
Die virtuelle Ausführung, Mediant VE, ist eine Maschine in Ihrer bestehenden Virtualisierung – VMware, Hyper-V, KVM – oder in einer Cloud-Umgebung. Sie braucht keinen Platz im Rack, wächst über die Lizenz mit der Zahl der gleichzeitigen Gespräche und fügt sich in die Sicherungs- und Wiederanlaufkonzepte ein, die für Ihre anderen virtuellen Systeme ohnehin gelten. Für die meisten reinen SIP-Umgebungen ist das der naheliegende Weg.
Die Appliance bleibt dort im Vorteil, wo Physik im Spiel ist: wenn analoge Anschlüsse, ISDN-Strecken oder Türsprechstellen weiter bedient werden müssen, wenn eine eigenständige Hardware am Netzübergang gefordert ist, oder wenn ein Standort ohne eigene Virtualisierung auskommen soll. Die Mediant-Reihe reicht dabei vom kompakten Gerät für die Filiale bis zu Systemen für hohe Session-Zahlen im Rechenzentrum.
Welche Variante passt, entscheidet sich an drei Fragen: Wie viele Gespräche laufen gleichzeitig? Hängt noch Altbestand mit physischen Schnittstellen daran? Und wer soll die Plattform betreiben, auf der das Ganze läuft? Diese Fragen klären wir vor der Beschaffung, nicht danach.
Microsoft Teams Direct Routing
Direct Routing ist der häufigste Anlass, überhaupt über einen SBC zu sprechen. Teams telefoniert damit über den eigenen Carrier statt über Microsoft-Calling-Plans, und Microsoft verlangt dafür einen zertifizierten SBC am Übergang. AudioCodes gehört zu diesen zertifizierten Herstellern.
Praktisch heißt das: bestehende SIP-Trunk-Verträge bleiben nutzbar, Rufnummern bleiben, wo sie sind, und das Routing bleibt nachvollziehbar. Über Local Media Optimization lässt sich der Sprachweg zusätzlich am Standort halten, statt ihn erst durch die Cloud zu schicken. Und mit Dual Registration melden sich passende Tischtelefone parallel an SBC und Teams an, sodass Telefonie auch dann noch funktioniert, wenn Teams selbst nicht erreichbar ist.
Migration ohne Stichtag
Ein Anlagenwechsel scheitert selten an der neuen Plattform, sondern am Übergang. Der SBC entschärft das, weil er zwischen alt und neu vermitteln kann: Die bestehende TK-Anlage und die neue Umgebung hängen beide an ihm, Rufnummernbereiche wandern gruppenweise, und niemand muss ein ganzes Haus über ein Wochenende umstellen.
Das nimmt Druck aus dem Projekt und macht einen Rückweg möglich, falls eine Abteilung länger braucht als geplant.
Sicherheit am Netzübergang
Ein offener SIP-Port wird binnen Stunden gefunden und durchprobiert. Gebührenbetrug ist kein theoretisches Risiko, sondern der Regelfall bei ungeschützten Anlagen, und die Rechnung kommt erst am Monatsende. Der SBC begrenzt das an mehreren Stellen: Er nimmt Verbindungen nur von bekannten Gegenstellen an, deckelt Gesprächszahlen und Zielbereiche, erkennt Registrierungsfluten und protokolliert, was auffällt.
Dazu gehört auch das Unspektakuläre: Zertifikate laufen ab, Firmware bekommt Sicherheitsupdates, Regelwerke veralten. Ein SBC, der einmal eingerichtet und dann vergessen wird, ist nach zwei Jahren ein Risiko statt eines Schutzes.
Hochverfügbarkeit
Telefonie fällt sofort auf, wenn sie fehlt. Deshalb wird der SBC in kritischen Umgebungen als Paar ausgelegt, das im Fehlerfall ohne Zutun übernimmt. Ergänzend lassen sich mehrere Trunks unterschiedlicher Carrier hinterlegen und, wo es die Struktur hergibt, auf getrennte Standorte verteilen.
Wie weit man das treibt, ist eine Abwägung zwischen Aufwand und dem, was ein Ausfall tatsächlich kostet. Wir rechnen das mit Ihnen durch, statt reflexhaft die größte Variante anzubieten.
Unser Anteil
Wir dimensionieren den SBC anhand Ihrer tatsächlichen Gesprächslast, konfigurieren Trunks, Routing, Codecs und Verschlüsselung, richten das Zertifikatsmanagement ein und dokumentieren das Regelwerk so, dass es auch in zwei Jahren noch nachvollziehbar ist. Danach bleibt der SBC bei uns in der Betreuung: Firmware-Stände, ablaufende Zertifikate und auffällige Verbindungsversuche im Blick zu behalten, ist laufende Arbeit und kein einmaliger Projektschritt.
Wer gar keinen eigenen SBC betreiben möchte, muss das nicht: Wir stellen Direct Routing auch als Managed Service aus dem COM plan Rechenzentrum bereit. Dann steht die Infrastruktur bei uns, der Betrieb liegt bei uns, und bei Ihnen bleibt die Telefonie – ohne Umweg über einen Hyperscaler und unter deutschem Recht.
Kern-Features
Mediant VE – virtualisiert
Läuft in Ihrer bestehenden Virtualisierung oder in der Cloud, skaliert über die Lizenz.
Mediant Appliance – im Rack
Eigenständige Hardware, auch mit analogen und ISDN-Schnittstellen für Altbestand.
Teams Direct Routing
Microsoft-zertifizierter Übergang, inklusive Local Media Optimization und Dual Registration.
SIP-Trunk-Anbindung
Freie Carrier-Wahl, mehrere Trunks parallel, klar definierte Ausweichwege.
SIP-Interworking und Transcoding
Gleicht Protokoll-Dialekte und Codecs zwischen Plattform und Carrier aus.
Verschlüsselung mit TLS und SRTP
Signalisierung und Sprache verschlüsselt, auch wenn nur eine Seite es beherrscht.
Schutz vor Gebührenbetrug
Zugriffslisten, Grenzwerte und Angriffserkennung am Netzübergang statt an der Anlage.
Hochverfügbarkeit
Auslegung als Paar mit automatischer Übernahme, auf Wunsch über zwei Standorte.
Auch als Managed Service
Direct Routing aus dem COM plan Rechenzentrum, wenn Sie keinen eigenen SBC betreiben wollen.
Passt dazu
Microsoft Teams
Teams als zentrale Kommunikationsplattform, angebunden an Ihre Sprachanschlüsse, Ihre Endgeräte und Ihre Fachprozesse. Wir kümmern uns um das, was Microsoft nicht liefert.
Microsoft Teams ansehenCOM plan Cloud
Unsere eigene Cloud-Plattform, betrieben in einem deutschen Rechenzentrum. Nutzbar mit Rainbow, mit Microsoft Teams oder mit beidem.
COM plan Cloud ansehenAlcatel-Lucent Voice
Sprachkommunikation von ALE, vom OmniPCX Enterprise über OXO Connect bis in die Cloud. Ausfallsicher, integrationsfähig und von uns geplant, betrieben und betreut.
Alcatel-Lucent Voice ansehenASC Recording Insights
Aufzeichnung, Archivierung und KI-Analyse Ihrer Kommunikation. Nativ in Microsoft Teams und in klassischen Anlagen, für Branchen mit Nachweispflicht.
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